Erklärfilm zur Energiewende

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FAQ

Wer ist Elsa?

Elsa steht zum einen symbolisch und stellvertretend für die Bevölkerung im Landkreis Haßberge. Als äußerliches Merkmal trägt sie die Haßberge-Tracht. Zum anderen steckt im Namen der Hauptfigur das Motto der Filmreihe:
Energiewende
Lokal (= vor Ort) und
Solidarisch (= gemeinsam)
Anpacken”

Was bedeutet Energiewende?

Die Energiewende bezieht sich auf drei Sektoren:
Strom, Wärme und Mobilität.
Ziel der Energiewende ist es, fossile Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen, um eine nachhaltige und ökologische Energieversorgung zu erreichen.
Damit dieses Ziel erreicht werden kann, sind einerseits erneuerbare Energiequellen notwendig. Gleichzeitig muss aber auch die Energieeffizienz gesteigert werden.

Was sind erneuerbare Energien?

Unter erneuerbaren Energien versteht man regenerative bzw. alternative Energieträger, die vom menschlichen Zeithorizont aus betrachtet praktisch unerschöpflich verfügbar sind bzw. sich relativ schnell erneuern. Dazu zählen:

Solarenergie

Windkraft

Biomasse

Wasserkraft

Erdwärme

Damit die alternativen Energien auch dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden, muss die Infrastruktur entsprechend angepasst werden. Dazu sind leistungsfähige Leitungen notwendig, aber vor allem auch ein Ausbau regionaler Verteilnetze sowie eine möglichst gleichmäßige und dezentrale Verteilung der erneuerbaren Erzeugungsanlagen.

Was sind die Klimaschutzziele des Landkreises Haßberge?

Der Landkreis Haßberge hat sich zum Ziel gesetzt, bis ins Jahr 2030 bilanziell klimaneutral zu werden. D.h. dass in der Region so viel erneuerbare Energie erzeugt wird, wie auch insgesamt verbraucht wird.

Die Klimaschutzziele sind im Klimaschutzkonzept des Landkreises festgeschrieben. Das Konzept ist seit 01.11.2022 in Kraft und wird beständig fortgeschrieben. Das oberste Ziel ist es, den Landkreis Haßberge nachhaltig auszurichten, eine klimaschonende Energieversorgung sicherzustellen und alle (d.h. Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen) daran teilhaben zu lassen.

Im Konzept sind verschiedenste Maßnahmen definiert, die zur Erreichung der Klimaschutzziele umgesetzt werden sollen. Die direkten Maßnahmen betreffen die Bereiche, die im Aufgabengebiet des Landkreises liegen (Kernverwaltung des Landratsamtes, Abfallwirtschaftsbetrieb, Haßberg-Kliniken, eigene Liegenschaften inkl. Bewirtschaftung und Energieversorgung, Dienstbetrieb allgemein und Auftragsvergaben). Zum Beispiel ist hier die Ausschöpfung des Dachflächen-Photovoltaik-Potentials auf landkreiseigenen Gebäuden genannt.

Die indirekten Maßnahmen betreffen Aspekte, die nicht im Zuständigkeitsbereich des Landkreises liegen. Hier versucht der Landkreis zu beraten, zu koordinieren und politisch Einfluss zu nehmen. Beispielsweise wird die Grüdnung eines gemeinsamen Regionalwerks der Kommunen im Landkreis angestrebt.

Was steht im digitalen Energienutzungsplan?

Der digitale Energienutzungsplan wurde 2020 und 2021 erarbeitet und bildet die Grundlage für den bedarfsgerechten Ausbau der Erneuerbaren Energieanlagen im Landkreis Haßberge.

Zunächst wurde der elektrische und thermische Energieverbrauch innerhalb der Sektoren (Privathaushalte, kommunale Liegenschaften, Wirtschaft und Verkehr) erfasst. Im Landkreis Haßberge werden pro Jahr rund 1.671.100 MWh Energie verbraucht, wobei gut 25 % auf den elektrischen und knapp 75 % auf den thermischen Energieverbrauch entfallen.

Auf Basis dieser Erhebung wurde dann eine Potentialanalyse durchgeführt, die sowohl Möglichkeiten der Energieeinsparung als auch der Steigerung der Energieeffizienz bis 2030 untersuchte. Das Ergebnis zeigt, dass der Strombedarf auf 362.500 MWh pro Jahr gesenkt werden kann. Die Strommenge aus erneuerbaren Energien kann sogar auf bis zu 1.232.275 MWh gesteigert werden. Auch bei der thermischen Energie ergeben sich Einsparpotentiale (Reduzierung auf 1.098.900 MWh möglich). Der Anteil aus erneuerbaren Energien kann jedoch nur auf maximal 420.600 MWh gesteigert werden.

Der digitale Energienutzungsplan enthält auch ein Sanierungskataster für Wohngebäude zum energetischen Sanierungspotential sowie ein gebäudescharfes Wärmekataster. Mit diesen Werkzeugen und einem umsetzungs- und praxisbezogenen Maßnahmenkatalog steht Landkreis und Kommunen ein konkreter Handlungsleitfaden für die nächsten Jahre zur Verfügung.

Wie gelingt die Einbindung und Beteiligung von Bürgerinnen, Bürgern und Kommunen?

Seit 2012 gibt es die Bürgerenegiegenossenschaft Haßberge eG. Sie verfolgt die Mission, zu einer zukünftig kompletten Energieversorgung des Landkreises aus heimischen erneuerbaren Energien beizutragen. Dabei soll eine möglichst hohe regionale Wertschöpfung erreicht werden, d.h. von der Energiewende sollen alle Bürger, Unternehmen und Kommunen des Landkreises (finanziell) profitieren können.

Dazu werden gemeinschaftlich Anlagen zur Nutzung, Verteilung und Speicherung regionaler erneuerbarer Ressourcen gebaut und betrieben. Durch gemeinschaftliche Herangehensweise können auch hohe Investitionen getätigt und komplexe Projekte umgesetzt werden. Das reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern von außen und fördert die Selbstversorgung auf Basis regionaler erneuerbarer Energien.

Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist ein Bezug zum Landkreis Haßberge (z.B. Wohnsitz) sowie die Übernahme von mindestens einem Geschäftsanteil (Nennwert 1.000 € zzgl. einmaliges Aufgeld).

Weitere Informationen zur Bürgerenergiegenossenschaft Haßberge eG gibt es hier:

www.beg-hassberge.de

E-Mail: info@beg-hassberge.de

Tel.: 09521-9599274

3 % der landwirtschaftlichen Fläche für Photovoltaik?

Flächen werden für verschiedenste Zwecke benötigt: u.a. zur Nahrungsmittelproduktion, als Rückzugs- und Erholungsort für Mensch und Natur, für Infrastruktur und Gebäude, aber auch zur Gewinnung eneuerbarer Energien. Das führt fast unweigerlich zu Nutzungskonflikten. Deshalb ist es wichtig, die Auswahl der Flächen, die für Photovoltaik-Anlagen genutzt werden sollen, sorgfältig vorzunehmen unter Einbindung der verschiedenen Interessengruppen.

In fast jeder Gemeinde im Landkreis Haßberge wurde ein passgenaues, bedarfsgerechtes Standortkonzept entwickelt, in dem die Gemeinde- und Stadtratsgremien das Vorgehen für die kommunale Energiewende grob abgesteckt haben. Grundsätzlich ist für Freiflächen-Photovoltaikanlagen ein Flächennutzungsplan und ein Bebauungsplan erforderlich, so dass die jeweilige Kommune die Steuerung in der Hand hat. Es werden Flächenkulissen definiert, wobei Kriterien wie Bodenqualität, Einsehbarkeit, Nähe zu Wohnbebauung etc. eine Rolle spielen.

Aktuell werden bereits ca. 36 % der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien durch Freiflächen-Photovoltaikanlagen gedeckt. Das Ausbaupotential ist groß. Bis 2030 kann die Strommenge, die durch Freiflächen-Photovoltaik produziert wird, durchaus um das 3- bis 4-fache gesteigert werden. Dadurch kann ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Landkreis Haßberge geleistet werden.

20 Windenergieanlagen im Landkreis Haßberge?

Zur Sicherstellung der Energieversorgung aus erneuerbaren Ressourcen ist neben Photovoltaik die Windenergie unbedingt erforderlich. Natürlich prägen die Windenergieanlagen in gewisser Weise auch das Landschaftsbild. Viele haben Bedenken bzgl. Lärm und Schattenwurf. Bei der Errichtung solcher Anlagen müssen jedoch zwingend die Immissions-Grenzwerte (Schall und Schatten) eingehalten und die Anforderungen des Nachbarschutzes erfüllt werden. Im Regionalplan der Region Main-Rhön sind für den Landkreis Haßberge zwei Vorranggebiete und zwei Vorbehaltsgebiete ausgewiesen. Dort sind neue Windkraftanlagen am wahrscheinlichsten. Welche weiteren Flächen in Frage kommen könnten, wird aktuell diskutiert.

Im Landkreis Haßberge gibt es bisher folgende Windkraftanlagen: Bürgerwindpark Sailershäuser Wald (an dem die BEG BürgerEnergiegenossenschaft Haßberge eG als Gesellschafter beteiligt ist), Anlagen des Stadtwerks Haßfurt bei Buch und Bayerhof sowie die ältesten Windräder im Landkreis auf dem Bretzenstein bei Ebern (diese sollen zukünftig durch eine größere Anlage repowert und ersetzt werden). Mit dem Bau weiterer 20 moderner und leistungsfähiger Anlagen kann es gelingen, die bilanzielle Klimaneutralität für den Landkreis Haßberge zu erreichen.

Akteure und Ansprechpartner

Klimaschutzmanagement

Aufgaben: Das Klimaschutzmanagement des Landkreises Haßberge ist für die strategische Ausrichtung, Entwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung verantwortlich. Darüber hinaus betreut das Klimaschutzmanagement die Öffentlichkeitsarbeit.

Ansprechpartner für: Kommunen des Landkreises Haßberge (Förderprogramme, Maßnahmenentwicklung) und Tätigkeiten des Landkreises

Projekte: u.a. Klimakonferenz, Klimaschutzkonzept, Klimapakt

Kontakt: Lisa Kötting, E-Mail: lisa.koetting@hassberge.de, Tel.: 09521/27-726, Klimaschutzmanagement

GUT Haßberge mbH

Aufgaben: Der Landkreis Haßberge, die 26 Gemeinden des Landkreises sowie weitere Gesellschafter haben im Jahre 2011 die Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge mbH (kurz: GUT Haßberge mbH) gegründet. Die GUT fungiert als  “Ideenschmiede” für Fragen einer möglichen Nutzung erneuerbarer Energien im Landkreis Haßberge. Sie prüft die Möglichkeiten der Umsetzung entsprechender Energieerzeugungsprojekte und plant diese bis zu deren Umsetzungsreife. So werden für das Kreisgebiet die verschiedenen Möglichkeiten zur Nutzung der erneuerbaren Energien erarbeitet und auf technische und wirtschaftliche Machbarkeit und Tragfähigkeit hin überprüft. Dabei geht es um die Bereiche Windkraft, Solarstrom, Biomasse und Geothermie.

Ansprechpartner für: kreisangehörige Kommunen, Politik und Verbände (umfassende Hilfestellung bei der Verwirklichung erneuerbarer Energieprojekte)

Projekte: digitaler Energienutzungsplan, Solarschnellcheck

Kontakt: Geschäftsführer Marco Siller und Marcus Fröhlich, E-Mail: post@gut-hassberge.de, Tel.: 09521/27-713, GUT

Kommunales Klimaschutznetzwerk

21 Kommunen des Landkreises Haßberge haben sich im Rahmen der Nationalen Klimaschutz Initiative zu einem kommunalen Klimaschutz-Netzwerk, mit Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, zusammengeschlossen. Das kommunale Klimaschutz-Netzwerk soll Möglichkeiten schaffen, um Kräfte und Ressourcen zu bündeln, Handlungsoptionen zu identifizieren sowie den Erfahrungsaustausch untereinander zu intensivieren. Die Förderphase läuft von 01.09.2021 bis 31.08.2024.

Unternehmen

Auch die Unternehmen im Wirtschaftsraum Landkreis Haßberge ergreifen verschiedenste Maßnahmen, um die Energieeffizienz des eigenen Unternehmens zu steigern und Energie zu sparen. Der Wirtschaftssektor hat mit einem Anteil von 73 % am Stromverbrauch und 39 % am Wärmeverbrauch im Landkreis Haßberge einen verhältnismäßig hohen Energiebedarf. Daher können die Unternehmen einen entscheidenden Teil dazu beitragen, dass die Energiewende im Landkreis Haßberge gelingt und die Klimaschutzziele erreicht werden können. Dazu setzen sie unterschiedliche, innovative Projekte zum Ausbau regenerativer Energien um.

UBiZ

Aufgaben: Das UmweltBildungsZentrum (UBiZ) liegt im nördlichen Steigerwald im Landkreis Haßberge und ist eine Einrichtung, die Veranstaltungen im Bereich “Mensch-Natur-Umwelt” für verschiedene Zielgruppen anbietet und organisiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Das UBiZ möchte Menschen für einen zukunftsfähigen Lebensstil sensibilisieren und für die Umsetzung eines solchen konkrete Tipps an die Hand geben. Dazu gibt das UBiZ zwei Programmhefte im Jahr heraus. Die Themen sind breit gefächert: Nachhaltigkeit, Gesundheit, Ökologischem Bauen und Wohnen, Nutzung Erneuerbarer Energien sowie naturnahes Gärtnern.

Ansprechpartner für: Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen

Projekte: Wanderungen, Naturerlebnisveranstaltungen, Kreativ-Workshops, Vorträge, restlos WERTvoll

Kontakt: Leiterin Petra Sommer, E-Mail: info@ubiz.de, Tel.: 09529/9222-0, UBiZ

Energieberatung

Aufgaben: Die Energieberatung berät Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Haßberge über alle energierelevanten Themen im täglichen Lebensumfeld. Basis ist die Beratung zur energetischen Gebäudesanierung oder bei Einzelmaßnahmen wie Austausch von Fenstern, der Heizung oder Wärmedämmung. Auch Fragen zum Energieausweis bei Vermietung und Verkauf sowie auch bei alters- oder behindertengerechtem Umbau werden behandelt. Einmal monatlich gibt es Energiesprechstunden in Ebern, Haßfurt, Hofheim und Zeil. Im UBiZ finden montags bis donnerstags diese nach Wunsch statt.

Ansprechpartner für: Bürgerinnen und Bürger

Projekte: Erstberatung

Kontakt: Energieberater Günter Lieberth, E-Mail: energieberatung@ubiz.de, Tel.: 09529/9222-13, Energieberatung

Privatpersonen

Die Energiewende im Landkreis Haßberge kann nur gelingen, wenn alle Akteure zusammenarbeiten und jeder seinen Beitrag leistet. Jede Privatperson kann mit kleinen und großen Maßnahmen den eigenen Energieverbrauch reduzieren und die Möglichkeiten alternativer Energieträger prüfen.

Unterstützung leisten hierbei zum einen die zertifizierten Energieberater im Landkreis Haßberge. Sie stehen für individuelle Beratungen zur Verfügung.

Darüber hinaus stellt die GUT Haßberge mbH kostenfrei einen digitalen Solarstromrechner zur Verfügung. Damit kann jede Bürgerin und jeder Bürger die Möglichkeit einer Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach prüfen und so die persönliche Energiewende planen.

Des Weiteren sind im Programm des UBiZ regelmäßig informative Angebote rund um das Thema Energiewende und Klimaschutz verfügbar. U.a. finden aktuell in verschiedenen Kommunen im Landkreis Haßberge Informationsveranstaltungen zum Thema Wärmewende und Heizen statt.